Reisethrombose

Durch die enorme Zunahme des Reiseflugverkehrs und insbesondere der Langstreckenflüge ist in den letzten Jahren das Thema der Reisethrombose viel diskutiert worden.

Venenthrombosen, also die Bildung von Blutgerinnseln in einer Vene, führen zu einer schmerzhaften Schellung der betroffenen Körperstelle (meist ist es das Bein) und schädigen auch die befallenen Venen. Die ernste gesundheitliche Gefahr liegt aber in der Möglichkeit, dass Teile eines solchen Gerinnsels losgelöst werden und mit dem Blutstrom in die Lunge gelangen, wo sie lebensgefährliche Lungeninfarkte verursachen können.

Solche Thrombosen kommen natürlich auch ohne Beziehung zum Fliegen vor. Es ist jedoch bekannt, dass lange Unbeweglichkeit - wie bei Bettlägerigkeit oder auch wenn ein Bein durch einen Gips fixiert ist - Thrombosen fördert.
Da auf Langstreckenflügen oft kaum Platz zum Ausstrecken der Beine oder für regelmäßige Lageänderungen ist, wurde immer schon befürchtet, dass solche Flüge ein Risiko für Thrombosen darstellen könnten. Trotz vieler Untersuchungen ist bis heute nicht klar, wie hoch dieses Risiko tatsächlich ist, ja es ist nicht einmal unumstritten, ob Fliegen das Risiko tatsächlich erhöht.

In einer so ungewissen Situation ist vor allem wichtig, Vorbeugungsstrategien OHNE Nebenwirkungen zu entwerfen.
Zum Glück gibt es viele völlig unschädliche Möglichkeiten, etwas gegen Thrombosen zu tun.

Die wichtigsten allgemeinen Maßnahmen sind:

Bewegungsübungen, z.B. Fußwippen; isometrische Übungen
ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Zurückhaltung mit Alkohol)
Zurückhaltung beim Gebrauch von Beruhigungs- und Schlafmitteln (Schlafmittel verhindern, dass wir uns während des Schlafs bei schlechter Position umdrehen und eventuell eingeschränkten Blutfluss wieder normalisieren)

Manche Menschen haben aufgrund bestimmter Risikofaktoren ein etwas erhöhtes Risiko für Thrombosen

  • Alter über 60 Jahre
  • Herzschwäche
  • stärkere Krampfadern
  • "Pille„, Hormonersatztherapie, Schwangerschaft
  • Übergewicht
  • bekannte Thromboseneigung in der Familie

Vor allem wenn 2 oder mehr dieser Faktoren vorliegen, sollten Sie zusätzlich zu den oben erwähnten Maßnahmen das Tragen von Wadenstrümpfen während des Fluges erwägen. Solche Stützstrümpfe sollten der Kompressionsklasse I-II entsprechen, also einen Druck von 20-23mm Hg ausüben. Heutzutage sehen solche Produkte schon sehr gut aus und sind auch angenehm zu tragen.

Für Menschen mit einem hohen Thromboserisiko ist eine medikamentöse Vorsorge empfehlenswert. Ein hohes Risiko hat

  • wer früher bereits eine Thrombose oder Embolie erlitten hat
  • wer an einer bösartigen Tumorerkrankung leidet
  • wer einen Gipsverband am Bein trägt
  • wer vor kurzem eine große Operation vor allem im Becken- oder Beinbereich hatte.

Die medikamentöse Vorsorge wird mit speziellen Heparinpräparaten durchgeführt, die unter die Haut gespritzt werden müssen. Nach einer kurzen Einschulung kann das jeder selbst durchführen. Besprechen Sie aber die eventuelle Gabe dieser Medikamente unbedingt mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin.

Auch diese modernen Medikamente sind nicht nebenwirkungsfrei und sollten nicht leichtfertig und ohne zwingenden Grund verschrieben werden.



Nur wenige Risikopatienten brauchen blutverdünnende Medikamente für den Langstreckenflug!