Cholera

Schluckimpfung. 2 Dosen im Abstand von einer Woche. Die Impfung ist gut verträglich, bietet allerdings keinen vollständigen Schutz. Quasi als Nebenwirkung reduziert die Choleraimpfung das Risiko, einen "gewöhnlichen" Reisedurchfall zu bekommen. Dies ist vor allem für ältere, chronisch kranke oder besonders empfindliche Reisende sowie für Kinder interessant.
Die Schutzdauer beträgt lediglich etwa 2 Jahre, der Schutz vor Reisedurchfall nur 3 Monate.

Diphtherie

Fixer Bestandteil des österreichischen Kinderimpfplans, daher sollten alle Österreicher eine Grundimmunisierung als Kind erhalten haben. Für Erwachsene gilt: Diphtherieimpfung alle 10 Jahre auffrischen (ab dem 60. Lebensjahr alle 5 Jahre). Dies geschieht am besten gemeinsam mit Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung, die die gleichen Impfabstände haben. Falls die letzte Diphtherieimpfung länger als 20 Jahre zurückliegt, sind 2 Impfungen im Abstand von mindestens 4-8 Wochen nötig. Falls keine Grundimmunisierung im Kindesalter durchgeführt wurde, sind 2 Impfungen im Abstand von 4 Wochen, sowie eine dritte nach 6-12 Monaten nötig. Danach wieder alle 10 Jahre auffrischen.

Nebenwirkungen: gelegentlich leichte Reaktionen an der Impfstelle - Rötung, Schwellung, lokaler Druckschmerz

FSME ("Zecken")

Grundimmunisierung: 2 Impfungen im Abstand von 2-4 Wochen, dann noch eine Impfung 9-12 Monate später. Die erste Auffrischung (also die 4. Impfung) sollte nach ca. 3 Jahren erfolgen. Ab dann kann alle 5 Jahre aufgefrischt werden. (Für Menschen über 60 Jahre wird allerdings empfohlen, die Auffrischungsabstände generell nicht über 3 Jahre auszudehnen).

Nebenwirkungen: Schmerzen und Spannungsgefühl an der Impfstelle. Selten Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Krankheitsgefühl

Gelbfieber

Einmalige Impfung, Schutzdauer mindestens 10 Jahre, zumeist aber viel länger

Um für Einreisebestimmungen gültig zu sein, muss die Impfung von einer offiziellen Gelbfieberimpfstelle verabreicht und im Impfpass bestätigt werden.

Nebenwirkungen: ausgezeichnet verträglicher Lebendimpfstoff. Ganz selten leichtes Fieber nach der Impfung.
Ganz vereinzelt wurden schwere Nebenwirkungen berichtet (insgesamt weltweit in mehreren Jahrzehnten knapp über 70 Fälle), die vor allem bei älteren Personen und ausschließlich bei Erstimpfungen auftraten

Hepatitis A

Grundimmunisierung: 2 Impfungen im Abstand von 6-12 Monaten (die Schutzwirkung tritt bereits 7-10 Tage nach der ersten Impfung ein). Danach alle 20 Jahre auffrischen (oder die Schutzwirung mittels Titerbestimmung überprüfen lassen). Fährt man in ein Hochrisikogebiet, macht es Sinn, schon nach 10 Jahren eine Überprüfung der Wirksamkeit zu machen.

Nebenwirkungen: sehr selten. Nur lokale Nebenwirkungen an der Stichstelle, Rötung, Spannungsgefühl, Druckschmerz

Hepatitis B

Hepatitis B ist seit 1997 im österreichischen Impfplan für Kinder empfohlen. Für Erwachsene, die einen Impfschutz wünschen, gilt folgendes Schema: 2 Impfungen im Abstand von einem Monat, eine dritte Impfung nach 6-12 Monaten. Die Schutzdauer der Impfung variiert sehr stark von Mensch zu Mensch, so dass man überprüfen sollte, wann wieder aufgefrischt werden muss. Dies ist mittels einer Blutabnahme (zur Antikörperbestimmung) problemlos möglich. Da bei manchen Personen die Hepatitis B Impfung auch lebenslang „hält", kann sich eine solche Antikörperbestimmung auch finanziell lohnen.

Nebenwirkungen: sehr selten lokale Nebenwirkungen – Spannungsgefühl, Schwellung an der Stichstelle. In extrem seltenen Fällen wurde über Gelenksschmerzen oder –schwellungen bzw. über Symptome aus dem zentralen Nervensystem berichtet.

Grippe (Influenza)

Einmalige Impfung, die für etwa ein Jahr schützt. Da sich Grippeviren ständig verändern, wird der Impfstoff jährlich an diese Veränderungen angepasst, ist also praktisch nie der selbe wie im Jahr zuvor.

Nebenwirkungen: selten, vor allem lokale Schwellung, Rötung oder Druckschmerzen an der Stichstelle. Ganz selten wird von kurzfristigen Temperaturerhöhungen, Glieder- und Muskelschmerzen oder Müdigkeit nach der Impfung berichtet.

Japan B Encephalitis

Bei der Japan-B Impfung mit Ixiaro müssen 2 Teilimpfungen vor der Abreise erfolgen: Tag 0 und 28. Für eine kontinuierliche Schutzwirkung ist eine 3. Teilimpfung nach einem Jahr erforderlich. Ist zu diesem Zeitpunkt (ein Jahr nach der Grundimmunisierung) keine Reise geplant, so kann die 3. Teilimpfung auch erst nach 2 Jahren erfolgen.
Die weiter Schutzwirkung ist noch unklar, liegt aber wahrscheinlich zumindest im Bereich von 5 Jahren.

Personen, die noch mit den "alten" Impfstoffen gegen Japan Encephalitis geimpft wurde (Denka Seiken, JeVax, Green Cross) könne nötige Auffrischungen mit Ixiaro durchführen.

Nebenwirkungen: ganz selten lokale Schmerzen, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Müdigkeit.

Keuchhusten (Pertussis)

Bisher wurde in Österreich nach der Grundimmunisierung im Kindesalter nicht mehr weiter gegen Keuchhusten geimpft. Da sich in den letzten Jahren jedoch Hinweise häufen, dass diese Erkrankung durchaus auch im Erwachsenenalter von Bedeutung ist, wird nun vermehrt auf eine Auffrischung des Impfschutzes geachtet. Seit einiger Zeit stehen auch Kombinationsimpfstoffe für Erwachsene zur Verfügung, die den Keuchhustenimpfstoff enthalten. Aufgefrischt wird alle 10 Jahre, meist gemeinsam mit Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung.

Nebenwirkungen: seit Einführung des so genannten azellulären Keuchhustenimpfstoffes (in Österreich sind nur mehr solche Impfstoffe in Verwendung) sind die Nebenwirkungen deutlich geringer geworden. Kinder zeigen in einem geringen Prozentsatz systemische Nebenwirkungen wie Fieber, Benommenheit, Erbrechen. Bei Auffrischungen im Erwachsenenalter finden sich wie bei jedem Impfstoff gelegentlich lokale Symptome: Schmerzen, Schwellung, Rötung an der Stichstelle.

Kinderlähmung (Polio)

Fixer Bestandteil des österreichischen Kinderimpfplans, daher sollten alle Österreicher eine Grundimmunisierung als Kind erhalten haben. Für Erwachsene wird eine Auffrischung im Rahmen des 4-fach-Impfstoffs alle 10 Jahre empfohlen.

Falls die letzte Polioimpfung länger als 20 Jahre zurückliegt, sind 2 Auffrischungsimpfungen im Abstand von 4 Wochen empfohlen. Falls keine Grundimmunisierung im Kindesalter durchgeführt wurde, sind 2 Impfungen im Abstand von 4 Wochen sowie eine dritte nach 6-12 Monaten nötig.

Nebenwirkungen: sehr gut verträgliche Impfung, ganz selten leichte lokale Schmerzen oder Schwellungen an der Stichstelle

Die Schluckimpfung gegen Kinderlähmung, an die sich viele noch erinnern werden, wurde inzwischen abgeschafft, es gibt in Europa nur mehr Stichimpfungen (nach SALK).

Masern

Im österreichischen Impfplan gemeinsam mit Mumps und Röteln empfohlen. Die Impfung erfolgt im zweiten Lebensjahr zweimal im Abstand von 4 Wochen. Ein Nachholen versäumter Impfungen ist jederzeit möglich.

Nebenwirkungen: Gelegentlich tritt einige Tage nach der Impfung leichtes Fieber auf, manchmal auch ein flüchtiger Hautausschlag („Impfmasern")

Meningokokken

Es sind verschiedene Arten von Meningokokkenimpfstoffen in Verwendung:
Monoimpfstoffe gegen Meningokokken der Gruppe C (Neisvac C®, Menjugate®)
- erfordern eine unterschiedliche Anzahl an Dosen, je nach Alter des Impflings, ältere Kinder und Erwachsene benötigen nur eine Dosis.
Monoimpfstoff gegen Meningokokken der Gruppe B (Bexsero®)
- Anzahl der erforderlichen Dosen ebenfalls vom Alter des Kindes bei Beginn der Impfung abhängig.
Tetravalente Impfstoffe gegen Meningokokken der Gruppen A,C,W135 und Y (Menveo®, Nimenrix®)
- nur eine Dosis zu Immunisierung erforderlich, die Notwendigkeit von Auffrischungsimpfungen ist noch nicht klar.

In Europa kommen (derzeit noch?) praktisch ausschließlich Meningokokken der Gruppen B und C vor. Im "Rest der Welt" überwiegen die anderen Serogruppen. Ein Monoimpfstoff gegen Typ C oder B bietet also keinen ausreichenden Schutz auf Fernreisen.

Nebenwirkungen: sehr gut verträgliche Impfstoffe. Ganz selten leichte lokale Nebenwirkungen an der Stichstelle oder Kopfschmerzen.

Mumps

Im österreichischen Impfplan gemeinsam mit Masern und Röteln empfohlen. Die Impfung erfolgt im zweiten Lebensjahr zweimal im Abstand von 4 Wochen. Ein Nachholen versäumter Impfungen ist jederzeit möglich.

Nebenwirkungen: Gelegentlich tritt einige Tage nach der Impfung leichtes Fieber auf, manchmal auch vorübergehende Gelenksschmerzen

Pneumokokken

Kinderimpfplan: 2 Impfungen, im 3. und 5. Lebensmonat, einer dritte Impfung im 2. Lebensjahr.

Ab dem 50. Lebensjahr wird die Pneumokokkenimpfung ebenfalls empfohlen, da ab diesem Alter die Häufigkeit von Lungenentzündungen durch Pneumokokken zu steigen beginnt.

Kinder werden ausschließlich mit einem konjugierten Impfstoff geimpft (derzeit 10-valent), für Erwachsene wird eine Impfung mit dem 13-valenten Konjugatimpfstoff, gefolgt von einer Impfung mit dem 23-valenten Polysaccharidimpfstoff 1 Jahr später empfohlen.

Ob und wenn ja in welchem Abstand eine Auffrischung beim Erwachsenen nötig ist, ist derzeit noch nicht gesichert.

Nebenwirkungen: selten Fieber, Glieder- und Gelenksschmerzen, Kopfschmerzen. Bei zu kurzen Impfabständen des Polysaccharidimpfstoffes häufen sich lokale Nebenwirkungen an der Stichstelle.

Röteln

Im österreichischen Impfplan gemeinsam mit Masern und Mumps empfohlen. Die Impfung erfolgt im zweiten Lebensjahr zweimal im Abstand von 4 Wochen. Ein Nachholen versäumter Impfungen ist jederzeit möglich.

Nebenwirkungen: es kann in seltenen Fällen zu so genannten „Impfröteln" kommen, mit Fieber und einem flüchtigen Hautausschlag. Sehr selten, aber für die Betroffenen sehr beunruhigend, sind Nebenwirkungen, die periphere Nerven betreffen (Schmerzen, Gefühlsstörungen, Lähmungen). Diese sind jedoch vorübergehend, es bleiben keine Schäden zurück.

Tetanus

Fixer Bestandteil des österreichischen Kinderimpfplans, daher sollten alle Österreicher eine Grundimmunisierung als Kind erhalten haben. Für Erwachsene gilt: Tetanusimpfung alle 10 Jahre auffrischen (ab dem 60. Lebensjahr alle 5 Jahre). Dies geschieht am besten gemeinsam mit Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung, die die gleichen Impfabstände haben. Falls die letzte Tetanusimpfung länger als 20 Jahre zurückliegt sind 2 Impfungen im Abstand von 4-8 Wochen erforderlich. Falls keine Grundimmunisierung im Kindesalter durchgeführt wurde, sind 2 Impfungen im Abstand von 4 Wochen sowie eine dritte nach 6-12 Monaten nötig. Danach wieder alle 10 Jahre auffrischen.

Nebenwirkungen: gelegentlich leichte Reaktionen an der Impfstelle – Rötung, Schwellung, lokaler Druckschmerz. In seltenen Fällen starke lokale Reaktionen, vor allem bei wiederholten Impfungen in zu kurzen Abständen!

Tollwut (Rabies)

3 Teilimpfungen an den Tagen 0 – 7 – 21, eine vierte Impfung nach einem Jahr. Danach hält der Impfschutz für viele Jahre. Nach einem Tollwut-verdächtigen Biss muss in möglichst kurzer Zeit (wenige Tage!) nochmals aufgefrischt werden (2 Impfungen).

Wurden Sie NICHT vorbeugend geimpft, so sind nach einem Biss 4-5 Impfungen und die Gabe eines Immunglobulins erforderlich.

Nebenwirkungen: gut verträgliche Impfung (die häufig noch erzählten starken Nebenwirkungen beziehen sich auf die alter Generation der Tollwutimpfstoffe, die seit vielen Jahren nicht mehr in Gebrauch sind). Selten lokale Schmerzen, Rötung, Schwellung. Kopfschmerzen und Müdigkeit am Impftag möglich. Sehr selten leichtes Fieber nach der Impfung.

Typhus

Derzeit sind 2 verschiedene Formen der Typhusimpfung in Verwendung: eine Schluckimpfung und eine Stichimpfung.

Schluckimpfung: 3 Dosen, einzunehmen am Tag 0 – 2 – 4

Nebenwirkungen: selten, gelegentlich Magen-Darm-Symptome wie leichter Durchfall, Übelkeit

Stichimpfung: 1 Impfung

Nebenwirkungen: selten lokale Nebenwirkungen an der Stichstelle – Rötung, Schwellung, Druckschmerz, ganz selten fieberhafte Reaktionen

Schutzdauer: Stichimpfung 3 Jahre, Schluckimpfung 2 Jahre.

Windpocken (Varizellen)

Kann ab dem vollendeten 9. Lebensmonat gegeben werden. Das Impfschema besteht aus 2 Impfungen, die im Abstand von 4 Wochen verabreicht werden.

Nebenwirkungen: selten leichte Reaktionen an der Stichstelle, ganz selten Auftreten von wenigen, an Windpocken erinnernden Bläschen.

Da die Erkrankung bei gesunden Kindern normalerweise komplikationslos abläuft, wird die Impfung vor allem bei Risikosituationen empfohlen: Menschen, die beruflich mit Schwangeren oder mit immunsupprimierten Patienten zu tun haben, nicht-immune Menschen, bei denen eine Immunsuppression geplant ist (z.B. wegen einer Organtransplantation, bei Autoimmunerkrankungen oder Leukämien).

Bedenken Sie, dass manche Impfstoffe mehrmals gegeben werden müssen, bevor der Schutz eintritt.
Kommen Sie daher rechtzeitig vor Ihrer Reise zur Beratung.

Chichén Itza, Mexico